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„Creep“ – Ein ausgesprochen seltsamer Horrorfilm

(Mein Blog ist ganz schön Horrorlastig in letzter Zeit, ich gucke aber auch noch andere Filme, versprochen!)

Auf der Suche nach Horrorfilmen stieß ich schon vor einiger Zeit auf den „Found-Footage“-Film „Creep“ (2014) und setzte ihn auf die To-do-List. Aufgrund der relativ simpel klingenden Handlung und des „Found-Footage“-Genres – das mich inzwischen ein wenig langweilt – schob ich den Film doch recht lange vor mir her. Aufgrund der Empfehlung der Youtuberin Spooky Astronauts und der nur 77 minütigen Spiellänge, habe ich mir nun aber doch endlich ein Herz gefasst und ihn gesehen.

Aaron hat Geldprobleme und darum kommt ihm eine kleine, kryptische Anzeige ganz gelegen. “$1,000 für einen Tag. Filming service. Diskretion ist erwünscht.”. Am abgesprochenen Treffpunkt lernt er Josef kennen, den Aaron bei seinem ganz normalen Tagesablauf filmen soll.

Ich kann sehr verstehen, dass „Creep“ bei vielen Zuschauern eher nicht angekommen ist. Wie bei vielen – oder sogar den meisten – Horrorfilmen, ist auch hier ganz wichtig wovor sich der Zuschauer fürchtet. Natürlich hätten wir alle Angst, wenn ein Psychokiller mit einer Kettensäge hinter uns her läuft, aber sowas meine ich nicht. Ich rede von subtilen Ängsten, tief in uns drin. Der Film „It follows“ zum Beispiel hat mich furchtbar gegruselt, weil man dem Bösen im Film nicht entkommen kann. Es kommt langsam, aber es kommt. Ich finde das bedrohlich. Für andere ist das zum Gähnen und das ist auch okay.

creep

Bei „Creep“ ist es ähnlich. Der Horror ist sehr subtil und die meiste Zeit des Films eher unsichtbar. Ein unangenehmes Gefühl, das sich so durch zieht und nur in wenigen Schlüsselszenen des Films für das Auge sichtbar an die Oberfläche tritt. Wenn dem Zuschauer so subtiler Horror nichts ausmacht, dann ist es sehr verständlich, dass einen „Creep“ schnell langweilt. Horror ist eine sehr subjektive Sache, die man niemandem aufzwingen kann.

Ich für meinen Teil habe mich gut gegruselt. So sehr, dass ich sogar zwei Tage später noch darüber nachdachte und den Film statt 3,5 doch 4 von 5 Sternen gab. Dank hierfür gilt neben der Geschichte dem Schauspieler Mark Duplass, der irgendwie an sich schon so etwas bemerkenswertes in seinem Spiel hat, dass ich mir in der Rolle des Josefs keinen anderen vorstellen könnte. Das liegt natürlich auch daran, dass Duplass und zweiter Hauptdarsteller und Regisseur Patrick Brice das Drehbuch gemeinsam geschrieben haben und so natürlich die Rollen perfekt auf sich anpassen konnten.

Ich glaube für mich hätte dieser Film auch ohne den „Found-Footage“-Style funktioniert. Aber wenigstens gibt es hier eine ordentliche Legitimation für die Nutzung der Kamera, die sich durch die Story ergibt. In vielen „Found-Footage“-Filmen gibt es einfach keine Begründung dafür, dass jemand einfach die ganze Zeit eine Kamera drauf hält. Trotzdem hat „Creep“ den Einsatz dieses Stils nicht nötig um Spannung aufzubauen.

creep2

Wenn ihr in Stimmung für einen etwas ruhigeren Horror seid und auch bereit seid euch rund 70 Minuten irgendwie undefiniert unwohl zu fühlen, dann gebt „Creep“ eine Chance. Ich für meinen Teil hätte gerne mehr Horrorfilme mit Mark Duplass, er ist dafür gemacht!

Kennt ihr „Creep“? Trifft er eure Idee von Horror? Was gruselt euch? Eher das was man sieht? Das was man vermutet? Schockt euch mehr das Übernatürliche, oder eine ganz irdische Art von Horror? Was haltet ihr von „Found-Footage“-Filmen?

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3 Comments

  1. Creep kenne ich tatsächlich noch nicht. Zum Thema Horror & Wahrnehmung: Slasher etc. finde ich in der Regel überhaupt nicht spannend. Manchmal sind die ganz gut, aber eher unterhaltsam. Ausnahme sind so Sachen wie Halloween 1, der mich allerdings erst in den letzten Jahren gruselt. Was mich eher anspricht sind Sachen wir Suspiria, Der Mieter, Ekel, Rosemarys Baby, Insidious, Nightmare On Elm Street (vor allem die ein oder andere Fortsetzung), Society, Babadook, Hexensabbat Die Farben der Nacht – Filme, die eher unterbewusste Ängste ansprechen. Interessant daran: Wie auch bei Halloween wandelt sich manchmal die Wahrnehmung und mit den Jahren entdeckt man, die gruseligen Aspekte des Films.

    • Chaosmacherin

      6. Dezember 2016 at 12:48

      @Julia, als Teeny fand ich Slasher super, aber irgendwie bin ich im Lauf der Jahre etwas verweichlicht und kann manchmal wirklich nicht hingucken. Richtig gegruselt habe ich mich zum Beispiel bei Insidious, Shining, Rosemary’s Baby, It follows und Creep. Abe das wechselst auch ganz stark. Erzähl mal, wenn du Creep mal geguckt hast :)

  2. Ich dachte grade zunächst, mit Creep würdest du den Film meinen, im dem Franka Potente von diesem Mischwesen im U-Bahnschaft verschleppt wird… ^^“

    Und ja, ich kann dir zustimmen, habe schon viele Filme gesehen, in denen ich mir dachte „Genau, das filmst du jetzt in dieser Situation. Mhm.“
    Sollte ihm wirklich eine Chance geben! :D

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