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[Meine Meinung zu] Don’t Breathe

In letzter Zeit las ich immer wieder von „Don’t Breathe“. Viele der User, denen ich auf Letterboxd folge hatten den Film in den letzten Tagen positiv bewertet. Also wurde ich neugierig und entschloss mich dazu, für meine Verhältnisse recht spontan, am Wochenende ins Kino zu gehen. Also Freund eingepackt und ab in die Spätvorstellung im O-Ton. Meine ausführliche Meinung zum Homeinvasion Thriller gibt es nun hier.

Drei junge Erwachsene aus Detroit finanzieren sich ihr Leben durch Einbrüche. Der nächste Coup soll der letzte sein und das süße Leben soll beginnen. Das letzte Opfer soll ein blinder Kriegsveteran sein, der aber gar nicht so hilflos ist, wie er auf den ersten Blick scheint…

Regisseur Fede Alvarez hatte zuvor für das Remake des Horrorklassikers „Evil Dead*“ auf dem Regiestuhl gesessen. Schon dieser recht gehypte Film konnte mich nicht überzeugen. Ich sage „schon“, weil es bei „Don’t Breathe“ leider genau so war. Allerdings aus anderen Gründen.

Genau wie „Evil Dead“ hatte auch „Don’t Breathe“ seine Momente und ich würde nie behaupten, dass ich mich gelangweilt habe, denn spannend war der Film. Um sein Publikum in nur 88 Minuten Spielzeit zu langweilen, hätte man sich aber auch sehr blöd anstellen müssen. Unglücklicherweise gab es, wie im Thriller- und Horror-Genre üblich, viele Logiklücken und dumme Entscheidungen, die meine Spannung unterbrachen und mich den Kopf schütteln ließen. Auf Grund der vielen guten Bewertungen ging ich davon aus, dass die Handlung des Thrillers besser durchdacht wäre, als der Durchschnitt des Genres. Falsch gedacht!

DontBreathe

Für mich ist auch „Ganz ohne Logikfehler oder dumme Entscheidungen funktioniert ein Horrorfilm aber nicht!“ keine Ausrede. Das ist dann einfach nur absolutes „Lazy writing“. Dann muss sich der Drehbuchautor eben hinsetzen, die Arschbacken zusammen kneifen und dafür sorgen, dass es funktioniert. Viele dumme Entscheidungen eines/einer Protagonisten/Protagonistin kann man darauf schieben, dass er/sie unter Schock steht und einer ungewöhnlichen Stresssituation ausgesetzt ist. Ich finde alles was sich damit nicht mehr erklären lässt ist zuviel des Guten.

Mir gefällt die Grundidee des Films wirklich sehr gut. Auch das Setting hat mich sehr angesprochen. Detroit ist die perfekte Stadt für eine Handlung wie die von „Don’t Breathe“. Ich finde alle Schauspieler haben geleistet, was ihre Rollen ihnen abverlangten und vor allem Stephen Lang war klasse!

Ich mag es, wenn Filme auf kleinem Raum und/oder in einer kurzen Zeitspanne spielen. Ich kann nicht sagen warum, aber das macht mir Spaß, also auch hier ein Pluspunkt für „Don’t Breathe“.

Traurigerweise können alle Pluspunkte die ich finden kann, mich nicht darüber hinwegtrösten, dass ich während des Films mehrere Male dachte „Was? Waaaaruuuum?“. Zuschauern, denen Logiklücken nichts ausmachen, oder die sie leicht einmal übersehen, können mit „Don’t Breathe“ aber einen Heidenspaß haben.

Können Euch so kleine Dinge auch einen ganzen Film versauen? Fallen euch solche seltsamen Entscheidungen der Figuren überhaupt auf? Oder wird euch soetwas erst bewusst, wenn euch jemand explizit darauf hinweist?

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8 Comments

  1. Bei Evil Dead ging es mir wie dir, der Film hatte mir auch nicht komplett zugesagt. Wie du schon geschrieben hast, er hatte seine Momente ohne Frage, aber irgendwie war es mir dann einfach zu viel des Guten. Bei Don’t Breathe, möchte ich mir aber aufgrund des Hypes und da doch einige Leute denen ich in sozialen Netzwerken oder deren Blogs ich folge diesen positiv bewertet haben, auch mal ein eigenes Bild machen. Mal schauen, ob er mich überzeugt. Ich mag es ja auch nicht, wenn Figuren total unrealistisch handeln oder mit ihren Taten sogar nerven. Über kleinere Logiklücken bin ich wirklich noch gewillt hinwegzusehen, wenn dafür der Rest passt und der Film am Ende dann doch überzeugt.

    Auf Stephen Lang bin ich aber sehr gespannt, ich mag seine Produktionen immer gerne und somit überrascht mich nicht, dass er mal wieder eine gute Leistung abgeliefert hat. Die Erwartungshaltung habe ich aber auch ihm gegenüber xD.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Keine Angst, ich bin immer offen für neues, deshalb hatte ich mir vor Kurzem ja auch Spring Breakers vor genommen. So Filme reizen mich dann doch immer wieder, auch wenn sie mir halt nicht immer zusagen, aber ich habe mir dann wenigstens ein eigenes Bild davon gemacht. Genretechnisch bin ich ja eh recht offen unterwegs, sodass es mir wenn die Storyline passt, dann auch egal ist ob es nun ein großer Blockbuster ist oder die kleine Indie Produktion, mit Tiefgang.

    Dankeschön für das liebe Kompliment <3. Darüber habe ich mich sehr gefreut :).

    • Chaosmacherin

      26. September 2016 at 16:30

      Meld dich mal, wenn du ihn gesehen hast! :D Bin sehr gespannt, was du sagst. Dann kann ich dir danach auch erzählen, was genau mich so gestört hat, wenn du willst :)

  2. Logiklücken und dumme Entscheidungen klingt nicht so gut, aber ich glaube ich werde mir -sobald der Filme auf Amazon erscheint – mal ein eigenes Bild darüber machen. Evil Dead z.B. mochte ich sehr gerne und verfolge derzeit auch die Serie „Ash vs. Evil Dead“. :D

    Ich bewundere immer Leute, die im O-Ton schauen können. Mein Englisch ist da noch zu schlecht für. :/

    Grüße ♥

    • Chaosmacherin

      28. September 2016 at 19:08

      Dafür gibts nur eine Lösung: mehr O-Ton gucken! :D angefangen habe ich damit, Filme die ich auf Deutsch schon kannte im O-Ton nochmal zu schauen. Dann irgendwann habe ich direkt im O-Ton geguckt, aber mit deutschem Untertitel und irgendwann war der auch nicht mehr nötig. Inzwischen verstehe ich Englisch fast perfekt und spreche sehr gut. Ich gucke Filme, wenn möglich, nur noch im O-Ton. Auch Filme aus Ländern, deren Sprache ich nicht spreche. (Dann natürlich wieder mit Untertiteln.) Das Schauspiel eines Schauspieler kann man ja eigentlich nur 100%ig bewerten, wenn man ihn auch hört. Sonst bewertet man ja zum Teil den Sprecher. Es gibt aber auch englische Filme und Serien, zu denen ich mir den englischen Untertitel dazu schalte. Treue Detectiv zum Beispiel. Da sprechen die Schauspieler nämlich teilweise mit so dollem Akzent, dass ich sie kaum verstehe. Zum Lernen empfehle ich alle 10 Staffeln von Friends auf Englisch. Dann bist du gewappnet :)

  3. Sali, Sumi.
    Je langweiliger ein Film wirkt, umso mehr kümmert man/frau sich um die Fehler im Erzählten. Wobei die Nitpicker sich nicht die private Freude nehmen laßen, einen – sagen wir 120 Min. Film – Bild für Bild durchzuklicken. :-)
    Immerhin können aber auch die Streifen mit den offensichtlichen Fehlern für Amüsement Sorge tragen…
    Ärgerlich wird es für mich, wenn eine einzige Szene ruinöse Wirkung erzielt. ‚Die Journalistin‘ zeigt wie Veronica Guerin ermordet wird – unterlegt mit einem lockeren Song…
    No way, Sir!

    Undurchdachte Drehbücher sorgen aber in der Regel für das Gros der Oha!-Effekte; der gernst ikonisierte ‚Matrix‘ stößt sich etwa in keiner durchstilisierten Szene daran, daß Neo & Co permanent Menschen in dieser Matrix zerlegen, die sie ja vorgeben befreien zu wollen. Nicht ein Gedanke wird daran verschwendet.
    Die substanzielle Dürftigkeit der Story wird in den Resten der Trilogie nur weiter unterstrichen.

    bonté

    • Chaosmacherin

      4. Oktober 2016 at 10:38

      Über die Sache mit Matrix habe ich so noch nie nachgedacht, aber ich habe die Trilogie auch schon lange nicht mehr gesehen. Wenn ich sie das nächste mal ansehe, werde ich sie mal unter diesem Aspekt betrachten. ^^

      • …beispielhaft:
        Die beiden Cops, die Trinity festnehmen wollen – eigentlich hätte sie beiden auch ohne multiple Knochenbrechereien entgehen können.

        Das SWAT-Team wird von Neo in einer opernhaften Gewaltorgie bis auf den letzten Mann ausgelöscht – rein für die die Flut „cooler“ Slo-Mo-Bilder.

        Nicht zu vergessen, daß Trinity (im nun völlig sinnfreien Sequel) gleich ein ganzes Atomkraftwerk in die Luft jagt.

        Dabei hätte es nicht großartiger Skriptarbeit bedurft, um die besagten, moralischen Klippen zu umgehen. Mit den Agenten ließe es sich auch so noch ausgiebig herumprügeln.

        bonté

  4. Oh, der hat mir auch am Ende nicht zugesagt. Eine Menge Logiklücken, und dann diese Sache mit der Truthahn-Spritze, da hats mich komplett aus dem Film gehauen. Sowas unnötiges. Dass dann auch noch ein paar Jungs im Kino meinten, es wäre jetzt angebracht, den Typen noch anzufeuern hat das Fass dann zum überlaufen gebracht.
    Fand ich dann am Ende echt Schade, ich mochte Evil Dead sehr und auch die erste Hälfte von dem hier war schwer in Ordnung. Aber dann muss ja wieder billig geschockt werden, um des Schockens willen. Nee, danke.

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