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Chaosmacherin

[Meine Meinung zu] Hail, Caesar!

Für gewöhnlich gehe ich Trailern aus dem Weg. Viel zu oft verderben Sie den Spaß am eigentlichen Film. Besonders wenn es um Komödien geht, wird das gesamte Pulver bereits verschossen. Im Kino ist das aber schwer mit dem „Trailern aus dem Weg gehen“. Also habe ich, als ich The Revenant* im Kino sah den Trailer zu Hail, Caesar!* gesehen. Ich habe mich kaputt gelacht! Den musste ich sehen! Nun war ich im Kino und kann euch erzählen, ob der Trailer seinem Film gerecht wird.

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Leider ist Hail, Caesar! für mich genau so ein negatives Trailer Beispiel. Das ist nicht falsch zu verstehen. Der neuste Streich der Coen Brüder ist kein schlechter Film und auch durchaus sehenswert, aber der Trailer weckte in mir Hoffnungen auf einen neuen O Brother, where art thou?* den ich nämlich sehr feiere. So lustig wie dieser wurde es leider nicht. Meine Lieblingsszene des Films gab’s im Trailer allerdings nicht zu sehen. Auf die könnt ihr euch also noch freuen. :D „Would that it were so simple“…

Der Plot des Films wirkte auf mich etwas unausgereift, so als hätte man zu wenig Zeit gehabt daran zu arbeiten. Es gab einige Längen, die man gut und gerne hätte kürzen können. Andererseits ist der Film nur 100 Minuten lang, fühlte sich ab deutlich länger an. Der Fairness halber muss ich aber dazu sagen, dass mein lieblingskino neue sitze hat und die sind sehr unbequem. Es kann auch sein, dass mir das ein bisschen zu schaffen gemacht hat.
Zeitweise hatte ich das Gefühl etwas nicht zu verstehen. Als würde ich etwas verpassen. So als wären die Gags an ein Zielpublikum gerichtet dem ich nicht angehöre. A Serious Man* war bisher der einzigen Coen Brothers Film bei dem ich dieses Gefühl hatte und auch wenn das viele schockieren mag, den mochte ich auch nicht so gerne wie andere Coen Filme.

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Hail, Caesar! bietet ein Star Aufgebot, dass einem die Kinnlade herunter klappen lässt. Für meinen Geschmack gab es aber zu wenig Channing Tatum und Jonah Hill und dafür zu viel Josh Brolin, den ich nämlich aus irgendeinem Grund nicht so besonders mag. Auch Scarlett Johansson hatte zu wenig Screentime, denn ihre Rolle hier war erfrischend anders und ich hätte davon gerne mehr gesehen. Ich fands witzig, dass Alison Pill einen winzigen Auftritt hatte. Und habe mich noch mehr über den noch winzigeren Auftritt von Jack Huston gefreut. <3

Die Optik war mal wieder der Hammer! Roger Deakins der für die Cinematographie der meisten Coen Brothers Filme verantwortlich ist, hat wieder tolle Arbeit geleistet. Ich bin sicher, dass von diesem Film so einiges auf meinem Movie Still Tumblr landen wird.

Alles in allem war Hail, Caesar! ein Film mit großartigen Momenten, aber kein großartiger Film. (Zitat geklaut von Rudes auf Letterboxd) Habt ihr den neusten Streich der Coens schon gesehen? Was haltet ihr von dem Film?

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9 Comments

  1. „zu wenig Channing Tatum “ ok. bye-bye… ;D

    Danke für die Einschätzung, werde ihn mir auf DVD oder späääter auf Netflicx geben. :)

  2. Ich habe den Film zwar noch nicht gesehen, aber der Trailer hat mir schon gar nicht zugesagt. Allerdings ist mir, genauso wie dir, dieses Staraufgebot aufgefallen. Entweder haben die Macher einfach zu viel Geld oder der Film muss doch gut sein, wenn so viele Stars mitmachen. Vielleicht schaue ich mir den bei extremer Langeweile doch mal an.

    • Salut, Sana.
      Da wäre noch ein drittes Motiv für prominente Schauspieler, an einem „Schaulauf“ der Namen teilzunehmen: Das Prestige der Coen-Brüder. Ein Film von Ihnen macht sich immer gut in der Hollywood-Währung „Publicity“.
      Woody Allen hat da einen ähnlichen Nymbus.

      bonté

  3. Ich habe den Film abgefeiert. Tilda Swinton, köstlich in ihrer Doppelrolle. Clooney setzt Gesichter auf, die sind einfach nur amüsant anzuschauen. Und dann diese großartigen Seitenhiebe auf Religion und Politik… Einer der richtig guten Coen Filme! :)

  4. Salvate, Mareike.
    Offen gesagt ging der Begeisterungskelch bereits mit dem Coen-Film (‚Fargo‘) leisest an mir vorbei; während Feuilleton & Publikum Schaumbäder in der Begeisterung nahmen. So saß ich lediglich im komfortablen Kinositz, leidlich interessiert & gelegentlich von der Frage „aufgeschreckt“, ob dies jetzt Sarkasmus/Zynismus oder das bereits Komik sein sollte. In summa filmen die Coen-Brüder in einer mir fremden Filmsprache.
    Mein letztes „Experiment“ war dann das eher uninspirierte Remake von ‚True Grit‘.

    Immerhin hat der Neue aber doch ein (!) Positivum für mich, wenn Alison Pill einen kurzen Auftritt hatte. :-)

    Dürfte ich Dir aktuell den Film ‚Mustang‘ anempfehlen!?

    bonté

    • Chaosmacherin

      2. März 2016 at 20:45

      Hallo RoM :) „Mustang“ von 2015? Habe ich mir gerade mal auf meine To Do list geschrieben.

      • …genau der!
        Alternativ könnte Dich auch der autobiographische Doku-Film ‚P.S. Jerusalem‘ noch interessieren.
        Beide Werke sind auf ihre Weise anmerkenswert – aktuell.

        bonté

  5. Hey,
    für mich war das leider einer der schlechtesten Filme die ich je gesehen habe. Den Trailer fand ich noch ganz in Ordnung als ich diesen im Kino gesehen habe und da dachte ich mir, ich kann ja mal reingehen. Viel zu verlieren, bis auf Zeit und Geld, hat man ja eh nicht.

    Leider war der Film, meiner Meinung nach, kein Cent wert. Witzig finde ich ihn leider auch nicht, der Trailer hatte irgendwie schon alle witzigen Stellen gezeigt, naja die halt halbwegs witzig waren.

    Dafür ist dieser Film ein gutes Beispiel dafür das es nichts heißen muss, wenn viele gute Schauspieler zusammenkommen. Der Film muss nicht automatisch gut sein.

    LG

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