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[Filmtipp] Skandinavisches Filmwochenende

Dänische Komödien habe ich schon das eine oder andere mal gesehen. Sie sind oft ganz schön schwarzhumorig. Mehr noch als britische Komödien. Ich mag das sehr! Mit ernsteren dänischen oder skandinavischen Filmen hatte ich bisher selten zutun. Das letzte Wochenende stand musik- und filmtechnisch allerdings ganz im Zeichen Skandinaviens. Neben dem Hören von schwedischer Musik, habe ich drei Filme gesehen, die ich euch empfehlen möchte.

Einer nach dem anderen (2014)

Originaltitel: Kraftidioten

Originaltitel: Kraftidioten

Der norwegische Schneeflugfahrer Nils (Stellan Skarsgård) wird mit dem Preis als „Einwohner des Jahres“ ausgezeichnet. Die Freude darüber hält sich aber in Grenzen, denn kurze Zeit später wird sein Sohn tot aufgefunden. Angeblich soll eine Überdosis Heroin sein Todesurteil gewesen sein, doch Nils glaubt nicht, dass Ingvar drogenabhängig war. Er macht sich auf die Suche nach einem Mörder und muss auf dem Weg den einen oder anderen Kriminellen aus dem Weg räumen.

Ich habe mir bei diesem Film bewusst keine beschreiben durchgelesen. Lediglich Stellan Skarsgård hat mich überzeugt diesen Film anzusehen. Grundsätzlich herrscht hier schon eine sehr ernste Stimmung gerade deshalb kommt der harte und akzentuierte Humor so super rüber. Man rechnet so oft einfach nicht mit den Witzen die hier platziert sind. Der Humor des Films ist aber keine Sekunde albern und lenkt somit auch nicht so sehr von der Handlung des Films ab. Ein kleines Rache-Filmchen mir bitterem Humor.

Bewertung*: ★★★★ von ★★★★★


Das Fest (1998)

Originaltitel: Festen

Originaltitel: Festen

Der reiche Geschäftsmann Helge wir 60. Ein großes Fest findet in der Villa der Familie statt. Auch die drei erwachsenen Kinder der Familie sind zu Besuch. Gleich zu beginn hält der älteste Sohn Christian eine Rede in der er Aufdeckt, dass Vater Helge ihn und seine Zwillingsschwester Linda im Kindesalter regelmäßig sexuell missbraucht hat. Linda hat aus diesem Grund bereits Selbstmord begangen und auch Christian hat noch immer damit zu kämpfen. Die Familie ist entsetzt und weiß nicht so recht, wie sie auf dieses „Geschichte“ reagieren soll. Der Abend nimmt seinen Lauf.

Das Fest habe ich zuerst als Theaterstück gesehen. Mitgespielt hat eine sehr gute Freundin von mir, was nicht zuletzt dafür gesorgt hat, dass mir das gesamte stück sehr nah gegangen ist. Aber auch der Film weiß was er tut. Er wurde unter den Regeln von Dogma 95 gedreht. Eine der Regeln ist, das ein Film nur mit Handkamera gedreht werden darf. Was ihm eine seltsame Optik gibt, auch die Synchronisation war miserabel und doch ist „Das Fest“ ein ganz starker, aufwühlender Film, den ich euch gerne ans Herz legen will.

Bewertung*: ★★★★½ von ★★★★★


Die Jagd (2012)

Originaltitel: Jagten

Originaltitel: Jagten

Lukas ist Erzieher in einer kleinen dänischen Gemeinde. Alle Kinder lieben ihn und spielen gerne mit ihm. Auch die kleine Tochter seines besten Freundes Klara ist von ihrem Erzieher fasziniert und sogar ein kleines bisschen in ihn verliebt. Als sie ihn auf den Mund küsst ermahnt Lukas sie, und sagt sie dürfe das nur bei ihrem Vater und ihrer Mutter tun. Klara ist beleidigt und setzt eine unschuldige Lüge in die Welt, die Lukas Leben drastisch veränder wird.

Wer mal auf dem Dorf gelebt hat, der weiß, wie schnell sich eine Lüge verbreiten kann. Je nach härte des Gerüchts können aus Freunden erbitterte Feinde werden. Dieses Phänomen wird in Die Jagt ganz hervorragend dargestellt. Alle Schauspieler machen einen ganz wunderbaren Job. Von der kleinen Klara bis zum Hauptdarsteller Mads Mikkelsen leisten alle eine unglaublich realistische Arbeit ab. Der Zuschauer ist gefesselt und möchte Lukas so gerne helfen, aber am Ende bleibt er eben nur Zuschauer.

Bewertung*: ★★★★½ von ★★★★★

Habt ihr auch schon mal einen skandinavischen Film gesehen? Was sind eure liebsten Filme jenseits von Hollywood oder Großbritannien?

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3 Comments

  1. Die Skandinavier können Filme machen. Zwar finde ich Ingmar Bergman Flme absolut grauenhaft. Dafür bin ich großer Fan von Nicolas Winding Refn und Lars von Trier. Und z.B. „Adams Äpfel“ und „Nightwatch“ liebe ich.

  2. Das Fest und die Jagd sind richtig gute Filme. Ersteren kennt ja kaum jemand. Ich habe den immer für einen französischen Film gehalten.

  3. Hyvää huomenta, Sumi.
    Todtrauriger Humor & aberwitzigen Ernst sehe ich am liebsten in den Werken der beiden Kaurismäkis, Aki & Mika. Schneetrocken!
    Mit dem Konzept „Dogma“ – damals drehte das Feuilleton hohl, vor Begeisterung – konnte ich dagegen nie etwas anfangen. Allzu verkünstelte Gewolltheit & elitärische Denkstruktur. Wenn man/frau eine Geschichte zu erzählen hat, sollte einem Film keine Corsage verabreicht sein. Und so kam mir das Initiations-Gehabe allzu schnell als verspieltes Getue vor – nach dem Motto: Geben wir Filmkritikern & Kulturjournalisten etwas Zucker…
    Die Initiatoren selbst sind dann Ihrer Gedankenbalistik bald überdrüßig geworden. Lau-Luft im Fingerhut! ;-)

    Abseits von Hollywood oder Großbritannien könnte ich auf ‚Fucking Åmål‘ (Skandinavien), ‚Eat Man Drink Woman‘ (Taiwan), ‚Die Liebenden Des Polarkreises‘ (Spanien), ‚Somersault'(Australien), ‚When Night Is Falling‘ (Kanada) oder Kieslowskis ‚Drei Farben…‘-Trilogie (Frankreich) verweisen. Alle anders und alle verdammt sehenswert. :-)

    bonté

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