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„Frances Ha“ oder „Habe ich nen andern Film gesehen als alle anderen?“

Frances Ha* wurde mit Liebe nur so überschüttet. Die ganze Welt schien diesen Film 2012 zu lieben und ich war schon furchtbar gespannt. Nun habe ich ihn gesehen und was soll ich sagen? Ich fand den Film und vorallem seine Hauptfigur furchtbar.

Frances lebt mit ihrer besten Freundin Sophie in New York und strebt eine Karriere als Tänzerin an. Sophie und das Tanzen sind für Frances der Mittelpunkt ihres Lebens. Aber das mit der Tanzkarriere funktioniert irgendwie nicht und dann will Sophie auch noch aus New York wegziehen …

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Frances soll eine besonders quirlige, sympathische Version des Manic Pixie Dreamgirl sein. Für mich ist sie aber vor allem eins, eine nervige infantile, verzogene Göre, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Fan, von Erwachsenen, die innerlich immer noch Kind sind. Das bin ich auch manchmal gerne. Aber es gibt Situationen, in denen muss man einfach Erwachsene sein und wissen was man tut, mir gefällt das auch nicht, aber so ist nun mal das Leben. Alles andere ist unverantwortlich.

Frances hat ihr Leben einfach nicht im Griff. Das kann uns allen passieren, aber statt etwas dagegen zu tun trifft sie immer wieder Entscheidungen, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. „Oh, ich habe gerade kein Geld um meine Miete zu zahlen, aber ich fliege spontan nach Paris! Weil ich nämlich süß bin und Spontanität beim Publikum super abkommt! Und statt meine Zeit in Paris dann wenigstens zu nutzen verpenne ich einfach den gesamten Tag, weil: Why the fuck not!“.

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Ich bin eigentlich ein Fan des Klischees vom „Manic Pixie Dreamgirl“. Deshalb mag ich Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt* oder (500) Days of Summer* ja so gerne. Ich mag auch Indiefilme wirklich gerne, aber Frances will ich die ganze Zeit nur wachrütteln und anschreien „KRIEG DEIN LEBEN AUF DIE REIHE!“.

Sie hat einen Traum. Sie will Tänzerin werden. Sie wird nicht ruhen bis es soweit ist. Gute Sache eigentlich. Aber für manche Träume muss man kämpfen und sich den Arsch aufreisen. Das Glück kommt einem nur in den seltensten Fällen zugeflogen. Manchmal muss man auf dem Weg zum Beispiel Jobs annehmen, die noch nicht 100%ig das sind was man tun will, damit man sein Leben bis zum Erfüllen des Traumes eben finanzieren kann.

Frances ist vieles was ich mag, aber von allem zu viel… Dachte nicht das es das gibt, aber sie ist sogar zu viel Träumer…

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3 Comments

  1. Ging mir genau so mit dem Babadook! Ich hab den vorab als Streaminglink bekommen, um für die Firma drüber zu schreiben. Was für ein langweiliger Kack-Streifen. Ich hab mich nicht einmal erschrocken, die Geschichte war lahm und die beiden Hauptdarsteller einschläfernd. Und die ganze Welt feiert den ab. Da hab ich mich auch gefragt, ob meine Streamingversion schlechter war oder Ton fehlte oder sonst was?!
    Oder Jurassic World. Ja, der war ganz „nett“. Chris Pratt kann man gut ertragen :D Aber sonst? Die Effekte haben mich nicht vom Hocker gerissen und es gab einfach zu viele Film-Fehler. Die fielen dermaßen auf, dass das schon genervt hat. Und was war denn für ein billiger Endkampf? Da sind ja nicht mal kleine Ärmchen abgerissen und durch die Gegend geschleudert worden :/

  2. Konnte den Film nie zu Ende schauen, so schrecklich fand ich die Protagonistin. Gut, dass es nicht nur mir so ging :D

  3. Ich glaube ja nicht, dass Babadook auf Schreckmomente setzt. Da besteht ja eher eine Verwandschaft zu Filmen wie Rosemarys Baby oder Berberian Sound Studio.

    Das Problem der Pixies ist doch folgendes: Wenn es realistisch dargestellt wird (500 Days, Happy Go Lucky, Annie Edison in Community) funktioniert die Sache, wenn man es so hält wie in New Girl und die Figur nur noch durchgeknallt ist (oder zusätzlich noch von Idioten umgeben ist – s.h. New Girl), funktioniert es nicht und nervt enorm. Das ist so ein Produzentenproblem. Es gab auch mal nen Film mit Lauren Graham und Diane Keaton, der auf den Gilmore Girls Stil gesetzt hat (schnelles Sprechen), dabei aber keinen Inhalt hatte. Da denken die sich: „Hey, die Leute stehen auf XYZ, dann können wir Story/Figuren/etc. vernachlässigen“.

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