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Once Upon a Time: Pro & Contra

In der letzten Zeit bin ich öfter gefragt worden, ob ich „Once upon a Time“ als Serie empfehlen kann. Die Antwort darauf lautet: Nicht bedingungslos. In den letzten drei bis vier Jahren haben Serienmacher sowohl im Pay-TV als auch im Free-TV sehr viel Mut bewiesen und damit ein paar Serien produziert, die besser als die meisten Kinofilme sind. Game of Thrones, Sherlock, Vikings, The Walking Dead… um nur ein paar zu nennen. Once Upon a Time ist keine von diesen Serien und trotzdem schaue ich sie sehr gerne an.

Zunächst sei gesagt, ich bin in der Mitte der zweiten Staffel angekommen und kann die Serie entsprechend auch nur bis zu diesem Zeitpunkt bewerten. Es gibt sehr viel zu bemängeln, aber auch ein paar Punkte, die mich dazu bringen die Show weiter zu sehen. Fangen wir doch mit den schlechten Dingen an…

Negativpunkt 1: CGI

Das CGI dieser Sendung ist so schlecht, dass so manche Produktion für den Kinderkanal besser aussieht. An einigen Stellen ist es so schlecht, dass es schon fast beeindruckend ist und ich befürchte es wird auch nicht besser werden, denn die Bilder der zukünftigen Seasons versprechen fürchterliches! Ich weiß nicht, ob es an einem geringen Budget oder an unfähigen Menschen liegt oder ob man sich einfach denkt „Die Zuschauer gucken die Sendung so oder so, warum besser machen?!“ aber wenn selbst normale Räume so falsch aussehen kann etwas nicht stimmen.

Hier mal ein paar Beispiele:

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Negativpunkt 2: Diaologe

Dann sind da noch die Dialoge. Zugegeben, im deutschen sind sie noch ein ganzes Stück schlechter als im Original, dass heißt hier wurde vieles mit der Übersetzung schlimmer gemacht. Glanzleistungen haben die Diaologschreiber im Englischen aber auch nicht vollbracht. Wenn Figuren besonders cool wirken sollen geht das oft total daneben und ist einfach nur cheesy. Könige des schlechten Dialogs sind Hauptcharakter Emma und Killian Jones (Season 2). Wenn die beiden, aufeinander treffen ist es ein Feuerwerk der Cheesiness.

Negativpunkt 3: Die Schauspieler

Die Schauspieler der Serie sind im durchschnitt eher mittelmäßig… Es gibt Ausnahmen, aber zu denen kommen wir später. Das größter Problem ist, dass Jennifer Morrison als Emma wirklich keinen besonders tollen Job macht. Für einen Hauptcharakter ist das eine ziemlich miese Sache. Aber sie ist ja nicht alleine damit. Viele andere Figuren werden von ebenso mittelmäßigen Schauspielern gespielt und das kann ziemlich nerven.


Also, warum schau ich mir diese Serie trotzdem an, wenn sie doch so viel falsch macht? Ganz einfach:

Positivpunkt 1: Die Liebe zum Märchen

Die Märchen von Hans Christian Andersen, Ludwig Bechstein und der Gebrüder Grimm haben mich mein Leben lang begleitet. Als Hörspiel, als vorgelesene Geschichte, als Verfilmung. Einfach immer! Es macht einfach super viel Spaß diese Figuren, die man eigentlich schon immer kennt besser kennen zu lernen, neue Charakterzüge zu entdecken und zu sehen, wie sie miteinander agieren. Es ist ein bisschen wie Fanfiction für Märchen.

Positivpunkt 2: Disneyanspielungen

Die Anspielungen an die Disneyversionen der Märchen sind nicht zu verleugnen. Viele der Prinzessinnen tragen oft sogar ähnliche Kostüme wie ihre Disneygegenstücke. Als ich dann in Season 1 hörte wie die Zwerge aus Schnewittchen tatsächlich „Hey Ho“ pfiffen wurde ich neugierig, denn es ist bekannt, dass Disney wirklich ziemlich streng ist, wenn es um Copyright geht. Das ganze ist aber ganz einfach erklärt. ABC TV, der Sender, der für OUAT verantwortlich ist, gehört zur Walt Disney Company.

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Positivpunkt 3: Crossovers, Perspektivwechsel und kreative Freiheiten

Man nehme eine Geschichte, die hunderte von Jahren alt ist, und erzähle sie neu. Gespickt mir Überschneidungen der verscheidenden Märchen, Perspektivwechseln und einer ganzen Menge kreativer Freiheit. Ich liebe es, wie in OUAT sich Märchen mit Märchen verwebt und alles zu einem großen Märchen verwoben wird. So ist beispielsweise Rumpelstilzchen auch das Biest aus die Schöne und das Biest und aus Schnewittchen und Rotkäppchen werden einfach mal Schneeweischen und Rosenrot. An manchen Stellen führt die kreative Freiheit der Autoren ziemlich weit besonders im Fall von Rotkäppchen, den ich hier aber nicht spoilern werde. ;)
Die Perspektivwechsel sorgen dafür, dass die Figuren, die uns aus den Märchen doch so bekannt sind plötzlich ganz neue Facetten bekommen. So wird, sehr geschickt, die von mir so gehasste Schwarz-Weiß-Malerei vermieden und wir erfahren zum Bespiel, warum die „Böse Königin“ vielleicht allen Grund hat Schnewittchen zu hassen.

Positivpunkt 5: Die Schauspieler

Wie bereits erwähnt gibt es unter den Schauspielern der Serie auch ein paar Highlights. Platz 1 teilen sich Robert Carlyle aka Rumpelstilzchen aka Mr. Gold und Lana Parrilla aka die Böse Königin aka Regina Mills. Die beiden On-And-Off-Bösewichte spielen alle anderen an die Wand! Es ist eine große Freude sie zu hassen aber auch sie verstehen zu lernen. Überrascht hat mich der kleine Jared Gilmore, der als Hanry Mills ein überraschend realistisches Kind spielt. Außerdem mag ich, wie Ginnifer Goodwin die Herzensgüte von Snow spielen kann. Dieses herzerwärmende Lächeln!! <3 Von Snow kann man aber nicht sprechen ohne Bailee Madison zu erwähnen. Sie spielt die junge Version von Snow und ich weiß nicht wie sie das macht, aber sie ist die perfekte Kopie von Ginnifer Goodwins Snow. Die Mimik kann sie einfach unglaublich gut imitieren. Und zu guter letzt sei Jennifer Morrison erwähnt… ja, sie ist eher eine der schlechteren Schauspielerinnen, aber diese Tatsache macht die Serie auch gleichermaßen liebenswert. Denn ohne ihre wunderbar witzigen Derpfaces würde etwas fehlen.

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7 Comments

  1. Wow, dir sind Sachen aufgefallen die mir nicht ins Auge gesprungen sind. Ich selber liebe diese Sendung und schauen wahrscheinlich deshalb über die Fehler hinweg wie zb das billig CGI. Ich kenne bis jetzt alle erschienen Staffeln (1-3) & freue mich schon auf die 4. Staffel. Zudem schau ich mir sie lieber mit Originalton an, weil wie du schon sagtest, die Deutsche Fassung ist grottig.

    LG Melmai

  2. Ich glaube ja daran das die schlechten CGI Effekte Absicht sind! Man soll sehen das es eine andere Welt ist. (ist aber nur eine doofe Theorie von mir)
    Gut die Dialogen und Schauspieler kann ich nicht schön reden, die sind halt teilweise echt Mist.
    Aber wir bekommen ja demnächst Elsa aus Frozen zu sehen die wertet das alles noch etwas auf.
    Außerdem ist die Serie trotzdem toll weil es eben Märchen sind! Und das sagt sogar ein Mann! :D

    • Chaosmacherin

      22. Juli 2014 at 13:38

      @Ben, es gäbe sicher auch eine Möglichkeit die Optik der realen- und der Märchenwelt von einander abzuheben, ohne dass das scheiß aussieht :D Das ist keine gute Entschuldigung :lol:

  3. Eigentlich ist mir diese Serie viel zu Fantasy-mäßig, aber als sie anfing hatte ich noch etwas Serienplatz und irgendwann war ich dann so drin, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Ich muss auch sagen, dass die Serie immer besser wurde – obwohl ich ihr ein gewisses Maß an Lächerlichkeit nicht abstreiten kann. Märchen sind aber wohl auch nicht die tiefgründigsten. Und ich persönlich mag ja Snow überhaupt nicht :D

  4. Als Schneewittchen- und Märchenfan habe ich die Serie natürlich auch zeitweise geschaut, aber Ginnifer Goodwin als kurzhaariges Schneewittchen ging mal gar nicht. Ich musste echt aufhören, zu schauen. An die CGI Effekte erinnere ich mich nicht einmal mehr, aber die sehen auf den Screenshots echt übel aus. Und da denkt man, die Effekte aus Grimm wären mies.

  5. So, nach der ersten Folge der dritten Staffel bin ich jetzt endgültig raus, die Serie wird leider immer schlechter

  6. Bei mir gibt’s aktuell auch eine Review zur Serie, allerdings befinde ich mich nun erst am Ende der 1. Staffel und bin mir noch unsicher, ob ich die Serie fortsetzen werde.

    Wie auch du finde ich die schauspielerische Leistung von Mr. Gold / Rumpelstilzchen klasse! :) Und die Gesichtsausdrücke von Emma sind wirklich unbeschreiblich :D Einer meiner Lieblingscharakter ist auch Anne Margret aufgrund ihrer sehr sanften Art :)

    Grüsse ♥

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