
Herstellungsland: GB 2008
Genres: Psychothriller, Horror, Slasher
Laufzeit: 88 Minuten
Regie: James Watkins
Drehbuch: James Watkins
Darsteller: Finn Atkins, Alyssa Cooper, Shaun Dooley, Eliza Elkington, Michael Fassbender, James Gandhi etc
Inhalt: Am idyllischen Eden Lake wollen Jenny und Steve ausspannen, doch statt ein romantisches erwartet das Paar ein schauriges Wochenende. Provokationen einiger Jugendlicher eskalieren zur brutalen Gewalt, als der Kampfhund des Anführers getötet wird. Von jetzt an machen die Kids in den Wäldern unerbittlich Jagd auf die Erwachsenen und lassen auch die letzten Grenzen hinter sich, die zwischen Leben und Tod entscheiden.
Meine Meinung: Vorsicht! Diese Kritik könnte vereinzelt Spoiler beinhalten!
Zunächst muss ich sagen, dass ich Eden Lake vielleicht nicht fair bewerten kann. Ich weiß Reviews sind meistens subjektiv, aber ich habe das Gefühl, dass ich hier eben besonders Subjektiv bin. Es fällt mir schwer dieses Review zu schreiben und ich habe meine Bewertung für den Film mehrmals überdacht und denke nun meine Punktevergabe mit mit vereinbaren zu können.
Nach dem Eden Lake vorbei war, ging es mir richtig schlecht. Nicht etwa auf diese positive Art wie es vielleicht bei “Requiem for a dream” der Fall war, sondern sonder auf eine richtig dreckige und böse Weise schlecht. Eigentlich wäre dies ein Plus für den Film, denn genau das scheint James Watkins erreichen zu wollen. Für mich ist es aber kein Plus, den ich will nicht das ein Film das mit mir macht. Ich will nicht zornig und traurig zurück gelassen werden.
Verängstigt? Ja. Nervös? Ja. Erschrocken? Ja. Aber auf keinen Fall zornig. In anderen Filmen dieser Art wird der Zorn auf die unmoralisch handelnden Täter durch eine eben so unmoralische und ethisch nicht korrekte aber trotzdem Genugtuung bringende Racheaktion des Protagonisten neutralisiert. Nicht aber bei Eden Lake.
Ich bin weiß Gott kein Mensch, der in jedem Film ein “Happy End” braucht, aber in Eden Lake war es mir einfach zu viel des Guten. Die Botschaft des Films ist vergleichbar mit der von Michael Hanekes Funny Games – “Lieber Zuschauer hab keine Hoffnung, die Welt ist nun mal schlecht!”. Der Unterschied liegt darin, dass Funny Games ruhiger erzählt und weniger Logiklöscher lässt. Schwer zu erklären warum, aber Michael Hanekes Werk hat mich eher auf eine positive Art geschockt.
Kommen wir nun also zu den “gewöhnlichen” Kritikpunkten. Alle Schauspieler machen ihren Job gut. Sie verkörpern ihre Figuren glaubhaft, man entwickelt Mitleid und Ärger gleicher Maßen. Die Schauspieler können ja auch nichts dafür, dass manche Handlung, der von ihnen verkörperten Figuren einfach unbeschreiblich unglaubwürdig sind und der Zuschauer schreit “Na Endlich! Du dumme Kuh!” wenn die Hauptperson dann einmal etwas richtig macht. Dieser Fehler ist bei James Watkins zu suchen. Eben diesem verdanken wir auch die unglaublich bescheuerten Zufälle, die den Plot in die gewünschte Richtung zwingen.
Schön geführte Kamera und der dramatische Soundtrack sind stimmig und passen gut zum Film. Zum Schluss noch ein Zitat von Moviepilotuser Hitmanski:
Es bleibt zu hoffen, dass dieses Machwerk aufgrund der gerade noch erträglichen Gewaltdarstellung nicht allzuviel Anklang in den Kreisen findet, vor denen uns sein Regisseur so eindrücklich zu warnen versucht.








Am 15.06.12 |





























Gefiel mir sehr gut. Genau das mulmige Gefühl nach dem Film werte ich als positiv für selbigen. Wenn ein Film, egal in welche Richtung, nachträglich noch wirkende Gefühle auslöst, ist er für mich gelungen. Aber ist selbstverständlich Geschmackssache.
Und: Die Stelle mit der ‘Neutralisierung des Zorns’ in deinem Text ist sehr clever beobachtet. Sehr guter Ansatz. Chapeau.
Und #2: Die Welt IST schlecht.
Ich konnte den Film nicht zu Ende schauen. Dabei weis ich nicht wirklich warum.. Ich mein SAW und andere “Folter”-Filme kann ich mir auch mit leichtigkeit anschauen, aber diesen musste ich abbrechen…
@Sibel, sei froh, denn das Ende ist am schlimsten.
Ein Film für Menschen, die gerne ihr einfaches Weltbild bestätigt haben wollen. Die ‘Guten’ sind adrette Akademiker, die ‘Bösen’ die schmierigen Asozialen, deren Boshaftigkeit sich munter fortpflanzt. Man muss sie mit Gewalt zurückschlagen, sonst wird es ein böses Ende nehmen.
Die Aussage des Films, neben der biederen und zuweilen dümmlichen Machart, machen den Film so ekelhaft für mich.
Ja, Eden Lake ist ein Schocker, der wesentlich mehr unter die Haut geht als einige Horrorstreifen eben weil man denkt… “wow, fuck, das kann mir im schlimmsten Fall auch so passieren”.
Allerdings finde ich persönlich den Film sehr gut, da der Regisseur es geschafft hat, mich wirklich geschockt dasitzen zu lassen – und das passiert wahrlich nicht oft. Trotzdem hintrlässt er einen bitteren Nachgeschmack, ja.
Oh ja, das Ende ist böse. Richtig böse. Geradezu evil. Aber eben auch realistisch.
ACHTUNG EVTL. SPOILER: Wie oft ist es schon vorgekommen, dass man sich beschwert hat bei Eltern und als Antwort nur kam: “Aber mein Kind macht sowas nicht”. In diesem Falle wurde das eben auf die Palme getrieben. SPOILER ENDE.
Das Ding wurde in Dt. ja auch noch geschnitten und ungeschnitten indiziert – aber der Film sitzt auch so. Und das ist der Grund, warum ich ihn SAW und HOSTEL vorziehe. Hostel ist zwar auch in gewisser Weise realistisch, aber eben ein B-Movie übelster Sorte, der sich als A-Film verkauft und ständig andere Filme zitiert, aus den 70ern, die im Prinzip viel übler waren. Wie an anderer Stelle schon geschrieben: Saw und Hostel ist es zu “verdanken”, dass man nun Filme mit ernster Intention drehen kann, die hart und verstörend sind, die sie, ähnlich wie vor einigen Jahren Clockwork Orange Gewaltdarstellungen in den Mainstream holen.
hehe,… bei Buzz (nen Spiel für die PlayStation) gibs ne Frage: In welchen Film werden Erwachsene von einer Horde kapuzentragender Jugendlicher gejagd