Herstellungsland: US 2001
Genres: Kriegsfilm
Laufzeit: 144 Minuten
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Josh Hartnett, Ewan McGregor, Jason Isaacs, Tom Sizemore, William Fichtner, Eric Bana etc
Inhalt: Mogadischu 1993: Der machthungrige Clan-Chef Mohamed Aidid regiert mit Hilfe seiner Terror-Milizen das darbende Somalia und scheut auch nicht davor zurück, die UNO-Truppen anzugreifen. Um den Machtapparat des Despoten zu schwächen, entführen US-Einheiten dessen wichtigste Männer. Doch der Einsatz mündet in einer Katastrophe, als am 3. Oktober 1993 zwei Hubschrauber abgeschossen werden und rund 100 versprengte amerikanische Soldaten in den Häuserschluchten festsitzen. Was als kurzes Kommandounternehmen geplant war, entwickelt sich zu einem langen und blutigen Feuergefecht und endet in der größten amerikanischen Militärkatastrophe seit Vietnam. Basierend auf Mark Bowdens Buch “Black Hawk Down – Kein Mann bleibt zurück” schildert die Verfilmung von Ridley Scott (“Robin Hood”, “Gladiatior”, “Blade Runner”) die zwölfstündige Schlacht von Mogadischu, bei der 18 US-Soldaten und über 1.000 Somalier ums Leben kamen. Insbesondere die Fernsehbilder getöteter und durch die Straßen Mogadischus geschleifter US-Soldaten führten in den USA zu einem Wandel der öffentlichen Meinung über das Engagement in Somalia.
Meine Meinung: Krieg ist ein wirklich schreckliches und emotionales Thema. Wenn ich einen Film zum Thema ansehe, will ich diesem die Wichtigkeit der Themas anmerken. Leider hat “Black Hawk Down” diesen Punkt in der gesamten ersten Hälfte unbeachtet gelassen und völlig auf Action gesetzt. Es kommen keinerlei Emotionen auf.
Dies liegt unter anderem daran, dass der Film sich nicht die Zeit nimmt die einzelnen Personen vorzustellen und dem Zuschauer näher zu bringen. Viele der Figuren haben ja nicht mal einen Vornamen. Ich denke man kann erwarten, dass bei einer Geschichte die auf einer wahren Begebenheit beruhen wenigstens die Vornamen der Beteiligten genannt werden. So bleibt der Charakter Eversmann, gespielt von Josh Hartnett unglaublich Flach. Einzig Blackburn (Orlando Bloom), von demmm ja nicht viel zu sehen ist, und Grimes (Ewen McGregor) werden etwas mehr Charakterisiert.
Die Musik ist an vielen stellen sehr unpassend und unterstreicht das nervige Actiongehabe. Wird gegen Ende aber weniger Penetrant.
Wie so vieles in der zweiten Hälfte des Films weniger Penetrant wird. Die Action lauft sich langsam aus uns die Soldaten entwickeln sich langsam zu Menschen. Erst ab diesem Punkt könnten alle Schauspieler Zeigen das sie auch mehr können als nur Waffen festzuhalten und zu schreien. Tun sie aber nicht. Niemand ist grottenschlecht, aber auch niemand ragt hervor.
Wenigstens kommen endlich Emotionen zum Tragen, auch wenn einiges in “Wir lassen niemanden zurück, weil wir wahre Helden sind!” ausartet.
Ein Kriegsfilm soll in Wirklichkeit ein ANTI-Kriegsfilm sein, “Black Hawk Down” ist es aber nicht. Um es mit den Worten des Moviepilot-Users Bradbury zu sagen: “Denkt man sich [all das] weg, bleibt ein ordentlich gemachter Ballerfilm für die Generation Counterstrike.”
5,5 von 10 Punkten









Am 15.06.12 |





























Ja es ist schon schade das Hollywood in den meisten fällen zu sehr auf Action zu geht anstatt auf etwas was dem Film eher zusprechen würde. Würdest du den Film andern empfehlen zum anschauen ?
@Casyra, naja. Ich habe ihm hal 5,5 Punkte von 10 gegeben, ob das eine Empfelung ist weiß ich nicht. Aber generell finde ich jeder sollte jeden Film selber angucken und selbst beurteilen.
Ok, mit der Kritik bzgl. “an kann erwarten, dass bei einer Geschichte die auf einer wahren Begebenheit beruhen” hast Du wohl recht…
Ich habe den Film aber immer als reinen Action-Film gesehen und würde ihm somit volle 10 Punkte geben
Es fällt mir auch gerade recht schwer einen echten ANTI-Kriegsfilm zu nenen.
@Marc mir nicht… Alle 10 Teile von Band of Brothers. Full Metal Jacket, Saving Privat Ryan, Apocalyps Now… etc. Eben Filme, die das Thema Krieg nicht zur reinen Unterhaltung nutzen. Actionfilme sind meiner Meinung nach zur Unterhaltung da, wie Stirb Langsam oder sowas. Aber einen Actionfilm zu Thema Krieg halte ich für sehr Makaber. Ich will einen Belehrendenfilm, keinen Unterhaltenden. Erst recht, wenn es auf einem historischen Ereignis Beruht. Ich kann mir auch nciht vorstellen, das die Beteiligten von damals Action fühlten und den Krieg als Unterhaltsam empfunden haben.
Ja, die sind schon in einer anderen Liga…
bei Apocalypse Now stimme ich voll und ganz zu. Full Metal Jacket auch.
Ich würde das alles anders sagen: der Film beruht auf eine wahre Begebenhait und ich kenne auch eine Doku, welche dies behandelt und im Vergleich zum Film läst sich sagen, dass vieles sehr realistisch umgesetzt wurde (so zb. der Tod der beiden Scharfschützen) – doch da bleibt vieles, was sonst einen guten Anti-Kriegsfilm ausmacht weg, denn es ist nun mal dann hauptsache eins: Krieg.
Daher bleiben auch die Somalier anonym und werden “wie die Tiere” getötet. Daher zeigt sich wenig menschliches (erst gegen Ende) weil der Soldart “funktionieren” muss.
Auch die Moral kommt (zugegeben etwas schwammig) daher erst zum Schluss.
Gut, dass hier wieder der Amerikaner glorifiziert wird war ja klar und das sehe ich auch als negativ an, doch insgesamt halte ich den Film für sehr gut und kann daher persönlich deine Wertung nicht teilen^^
Man darf Black Hawk Down vllt nicht als “Fingerzeig”/Moralapostel-Antikriegsfilm sehen, allerdings auch nicht als stumpfen Actionstreifen ….eher ein Zwischending
@Bomel, das die Somalier anonym bleiben ist verständlich und auch in fast jedem anderen Kriegsfilm so. Zu den Hauptfiguren will ich aber schon eine Beziehung aufbauen… und dazu wird mir nicht die Chance gegeben.
Oh je, oh je… Da sind wir aber ganz unterschiedlicher Meinung. Wo setzt der Film denn auf mehr Action als bspw. “Apocalypse Now”, “Full Metal Jacket” oder auch “Platoon”? Nur, weil die Kameras mittlerweile in der Lage sind, Helikopter aus mehr als einer Perspektive zu filmen?
Der Film orientiert sich an einer wahren Begebenheit und trifft diese sogar recht genau. Die Soldaten sind damals unwissentlich und völlig unvorbereitet in eine absolute Hölle geraten. Und wenn ich da an den Tod der Hubschrauberbesatzungen, die Toten im Konvoi oder den während der Not-OP im Feld sterbenden Soldaten denke, habe ich alles mögliche im Sinn. Aber keinen simplen “Action-Streifen”.
Gerade Josh Hartnett ist der emotionale Pol im Film, der zeigt, dass Soldaten auch Menschen sind. (Während Orlando Bloom den Prototyp des typischen US-Soldaten verkörpert. Null Ahnung von der Welt, null Ahnung von allem anderen und völlig unvorbereitet für das, was da kommt).
Den Score empfinde ich persönlich als äußert passend und sehr gelungen. Das Nennen der Nach- statt der Vorname ist übrigens recht typisch für die Armee. Das ist bei der Bundeswehr nicht anders. Da kritisiert Du Sachen, die dem Film gerade mehr Realismus verleihen.
Natürlich schwingt in einem AMERIKANISCHEN Kriegsfilm immer eine gehörige Portion Patriotismus mit. Da verzichtet aber nicht mal “Band of Brothers” völlig drauf.
Was hätte der Film denn zeigen müssen, um Dir zu gefallen? Wie hätte der Bürgerkrieg denn dargestellt werden sollen?
(Jetzt habe ich aber viel geschrieben.)
Ich finde, ein Film kann sich auch um Themen wie Krieg und Gewalt drehen, ohne Krieg und Gewalt “angemessen” darstellen oder verurteilen zu müssen. Ein Film ist schließlich Kunst, Schauspiel, aber nicht die Realität. Ich glaube, “Pulp Fiction” und “Fight Club” wären unansehbar geworden, wenn sie zwischen Gut und Böse unterschieden hätten.
Aber *wenn* ein Film moralische Maßstäbe anlegt, dann sollten sie lieber nicht so fragwürdig sein wie in Black Hawk Down:
Die eigenen Truppen sind die Helden, die Somalis sind agressives Kanonenfutter, aber was man in diesem fremden Bürgerkrieg überhaupt verloren hat, wird nicht ernsthaft thematisiert. 1000 getötete Somalis sind weniger tragisch als 18 getötete Soldaten der eigenen Einheit und die Helden im Film haben Gegenstücke in der Realität, die seinerzeit am echten Kriegsschauplatz nicht weniger heldenhaft waren.
Der Film nimmt für sich ja auch in Anspruch, nicht nur auf einer wahren Begebeneit zu beruhen, sondern jede einzelne Kriegshandlung detailgenau nachzustellen, frei nach dem Motto: “Seht her, so war das damals”.
(Aber übrigens, der Film ist aus dem Jahr 2001, nicht 2002. Die ersten Jahre nach dem 11.09.01 wäre so ein Film von keinem Studio finanziert worden)
@Johannes, Oh je, ich kann dir jetzt auch nichts anderes erklären als ich es vorher schon tat, die Schneiße zwischen Actionfilm und Kriegsfilm wird für mich eben durch emotionen gefüllt und davon habe ich bei Black Hawk Down nur in der 2. Helfte etwas verspürt. Vorher war es nur sinnloses rumgeballer, was nicht berührt, weil die Charaktäre nicht vorgestellt werden.
Ich weiß, dass es sich um die Verfilmung von realen Gegebenheiten handelt, dass macht es ja so traurisch. Denn grade deshalb sollte es tiefer gehen.
Josh Hartnet zeigt seine gefühle aber auch erst in der letzten hälfte, wie ich schon erwähnte. Und die Figur, die von Orlando Bloom verkörpert wird, ist zwar nicht sympatisch, aber wenigstens tiefergehend.
Ich weiß, dass man sich in der Armee mit Nachnamen anredet, wird in anderen Filmen auch so gemacht, aber der Vorname wird wenigstens einmal genannt. Grade bei einem Film, der auf wahren begebnheiten beruht haben die Beteligten verdient wenigstens im Abspann mit vor und Nachnamen zu stehen.
Ich bin übrigend der Meinung, das Band of Brothers vollkommen frei von Patriotismus ist. Ganz im gegenteil, die reihe bekämpf jenen in dem sie auch die deutschen Soldaten als opfer zeigt.
Was am Film hätte anders sein müssen, habe ich deutlich beschrieben, aber hier noch mal in kurz:
* Zeit um dem Zuschauer die einzelnen Charaktäre näher zu bringen. Denn für mich waren sie nicht weniger Anonym als die Somalier
* Neben schüssen und explosionen auch einmal ein paar Emotionen in den Gesichtern.
* Ein Soundtrack, der die Action nicht so sehr unterstreicht.
* Mehr würde für die wahren Beteiligten
Und das würde reichen um alles gut zu machen. Aber ich denke wir müssen darüber nicht diskutieren. Haben beide unseren Standpunkt klar geacht und Teilen ihn eben nicht. So ist das manchmal
OK. Will das ja auch gar nicht zu breit treten. Das “Emotions-Thema” ist vielleicht auch so eine Frauensache. Für mich zeigt jemand, der wütend brüllt, während der tote Kamerad auf dem Tisch liegt durchaus mehr als genug Emotionen. Ich für meinen Teil brauche nicht Vor- und Zunamen sowie Lebensgeschichte um betroffen zu sein, wenn derjenige im Kugelhagel stirbt. Beim Soundtrack werden wir beide wohl auf keinen grünen Zweig kommen.
Was die Würdigung der wahren Beteiligten (und insbesondere die Nennung ihrer Namen) angeht, so kann ich mir nicht verkneifen Dich darauf hinzuweisen, dass Du auch den Abspann mal anschauen solltest. So ab Filmminute 02:09:27 wird’s zu dem Thema noch mal interessant. Direkt nach der letzten Szene. Die Rede in den Minuten zuvor ist übrigens auch noch mal ein gelungener Rückblick auf den Wahnsinn des Krieges und die Rolle der Soldaten.
Abgesehen von “Band of Brothers” (der mit zehn Stunden Laufzeit natürlich deutlich mehr Zeit hat, einzelne Facetten/Darsteller zu beleuchten) dürfte es dann aber keinen Kriegsfilm geben, der in Deinen Augen ein “guter” Film ist. Oder? Deine Kritikpunkte finde ich bei so gut wie jedem Kriegsfilm wieder, der mir auf die Schnelle einfällt.
@Johannes, im Gegenteil. Ich mag ganz viele. Saving Privat Ryan, Full Metal Jacket, Letters from Iwo Jima, Flags of our Fathers, The Hurt Locker… Einzig “Das Tribunal” und “Black Hawk Down” sind mir von den bisher gesehenen ein Dorn im Auge
Ich bin mal böse: Die Filme, die du nennst, sind ja extra “Tränendrücker” Filme.
In vielen Punkten muss ich Johannes zustimmen….
Um mal den raus zu greifen, der nichts mit dem II. Weltkrieg zu tun hat. Gerade “The hurt locker” ist doch mehr ein Kriegstrip im MTV-Style und weniger ein “gewöhnlicher” Antikriegsfilm. Der Film rettet sich in den letzten 20 Minuten noch in die Kategorie “Antikriegsfilm”. Aber auch nur ganz knapp… (Und ja, ich empfand die Oscars als völlig daneben für den Streifen. Da hat der T*ttenbonus der Regisseurin erheblich Einfluss genommen.)
Aber genug vom Thema. Wie Du schon geschrieben hast, da sind wir einfach unterschiedlicher Meinung. Ist ja das Schöne an der Kunst. Was gefällt, liegt immer im Auge des Betrachters. Bei mir kommen 95% aller Horrorfilme nicht über 5/10 Wertung raus. Ist einfach nicht mein Fall.
@Bomel, “Tränendrücker” ist mir lieber als sinnlose Action
Ist auch näher am Thema. Wobei ich nich weiß wo z.B. “The Hurt Locker” und “Full Metal Jacket” Tränen drücker sein sollen
xD schau an, und ich mag keine tränendrücker. gut halt, dass wir verschiedenen meinungen haben