Achtung! Das könnte ein langer Post werden! Über die höhen und Tiefen des getrigen Tages…
Ich war dort! Ich war beim Tanz der Vampire und es war wundervoll! Leider wird mir dieses wunderbare Ereigniss immer mir der Fail-Bahn in Zusammenhang stehen… Ich habe einiges von gestern zu erzählen und weiß nicht ob dieses ganze gebrabbel überhaupt wenn interessiert, aber alleine für mich muss ich alles festhalten. Die Bilder im Text einfach anklicken um sie in voller Größe zusehen.
Leichte Reibung auf der Hinfahrt
Aber ich denke ich fange einfach einmal ganz am Anfang an. Die Hinfahrt nach Stuttgart verlief fast reibungslos, bis auf einen kleinen Aufreger am Mainzer Bahnhof. Wir lasen, spielten Uno, Aßen Wraps und ich bestellte mir einen Kaffee, der für die Größe und den Geschmack für 2,70 € Echt günstig war. Wären Larissa ein Nickerchen machte, lauschte ich wie eine Mutter ihrem Sohn “Die Prinzessin auf der Erbse” vorlas.
Auf unserem Fahrplan stand, dass wir in Mainz auf Gleiß 4a/b ankommen würden und bei 4 a wieder einsteigen mussten. Also standen wir nun dort, grade aus dem Zug ausgestiegen. Blick nach Links: 4c. Blick nach Rechts: 4b. Alles klar, wir müssen also nach rechts, denn vor b kommt bekanntlich ja a. Allerdings stand nirgendwo etwas von 4a sondern nur ein Schild mit einem groß-A…
Naja, is A denn gleich a fragten meine Mitreisende Larissa und ich uns… Um sicher zu gehen fragten wir auch noch zwei junge Männer von denen uns einer versicherte “Ne, das ist das selbe! Egal ob klein-a oder groß-A.” Also setzen wir uns hin und warteten auf unseren Zug. Plötzlich rauschte ein Zug an uns vorbei “Moment mal, das war doch unserer oder?!” Also liefen wir schnell hinter dem Zug her. Jedenfalls so schnell es geht, denn ich bin der langsamste und unfitteste Mensch der Welt… Wir liefen auch an den Jungen Männern vorbei und der eine rief “Ne, ne das is’ 5a!” hätte ich Zeit gehabt, dann hätte ich dem das erzählt.
4a war einfach hinter 4d… also A, 4b, 4c, 4d und 4a. Ganz knapp schafften wir es aber doch noch und saßen nach Luft japsend im Zug.
Endlich in Stuttgart
In Stuttgart angekommen, suchten Larissa und ich erst mal nach einer Toilette und wurden von einer Toilettenfrau angeschnauzt, die 50 Cent vorher zu zahlen um dann fest zu stellen, das die Toiletten nicht ansatzweiße so sauber wahren, dass es die 50 Cent wert gewesen wäre.
Weil ich schon einige Zeit vorher eine Route für uns ausgedruckt hatte, auf der Webside stand es wäre ein Fußweg von 16 Minuten und weil wir noch zwei Stunden Zeit hatten, setzten Larissa und ich noch in ein Eiscafe. In diesem gab es übrigens ein Klo auf das man gratis gehen konnte, was auch alle 2 Minuten jemand tat… Weil es nun eh zu spät war nahmen wir es aber mit Humor und löffelten genüsslich unser Eis.
Der endlose Weg zum Paladium Theater
Als wir uns auf den Weg zum Musical machten, fragten wir uns immer weiter durch und niemand schien so richtig zu wissen, wo das Palladium Theater ist und trotzdem erklärte uns jeder einen Weg… Das kostete verdammt viel Zeit aber wenigstens sahen wir etwas vom Schlosspark. Zwischen durch wurde Larissa dann auch noch von einem vermeintlichen Sextouristen angemacht, der uns auf englisch erzählte, dass er in Deutschland Freunde suche und etwas mit uns unternehmen wollte. Wir erklärten, das wir es eilig hätten zum Musical zu kommen und dafür keine Zeit. Das war dem ca. 25-27 jungem Mann aber egal. Er wollte uns eben danach treffen. “Danach fahren wir wieder nach Köln!” – “Egal dann Morgen!?” – “Morgen sind wir doch schon wieder in Köln!” – “Egal, gib mir deine Nummer und wir treffen uns in Köln” – “Meine Freundin und ich wollen gerne Zeit miteinander verbringen… ALLEINE!”. Nicht mal diese “Wir sind ein lesbisches Paar”-Nummer schreckte ihn ab… Vermutlich turnte es ihn eher noch an
… Wir gingen dann einfach und er zwinkerte Larissa noch zu.
Endlich trafen wir auch 2 Frauen, die uns erklären konnten, dass das Palladium Theater nicht, wie auf unserer Route vermerkt, in Stuttgart war, sondern in Möringen. Sie erklärten uns welche U-Bahnen wir nehmen mussten und wir schafften es 20 Minuten vor Vorstellungbeginn anzukommen. Ich frage mich, wie die ausgedruckte Route so falsch sein konnte, obwohl ich Straße und Hausnummer des Theater als Ziel eingegeben hatte…
Der “Tanz der Vampire”
Das Stück war einfach grandios. Sogar Larissa behauptet jetzt von sich ein Musical-Fan zu sein. Gewundert hat mich, dass die Songs, die ich auf der CD mochte in wirklichkeit nicht ganz so toll waren und die, die auf der CD eher untergingen, live der absolute Oberhammer waren. Das liegt entweder daran, das Steve Barton († 21. Juli 2001) nicht so gut war wie Jan Amman oder daran, dass er zwar so gut war wie er, auf der CD aber sein Potenzial nicht ausschöpfen konnte. Denn die Lieder vom Grafen haben mir auf der CD nicht so gut gefallen wie im Musical. Auch gut fand ich Linda Konrad aka Magda. Besonders bei lauten Tönen hat sie mich fast umgehauen. So eine Stimmgewalt! Wie ich mir selbst vorraus sagte, hatte ich bei vielen der Lieder Tränen der Faszination in den Augen und war froh Taschentücher dabei zu haben. Ich werde jetzt ein bisschen spoilern, nur ein bisschen, aber wer vor hat das Stück noch anzusehen und sich überraschen zu lassen sollte jetzt lieber zum nächsten Abschnitt “Nach dem Stück” springen.
Das Bühnenbild war der Knaller! Es gab bei manchen Bildern zwei bis drei Etagen in denen Parallel gespielt wurde. In eines Szene stand Graf von Krolock auf dem Dach des Witzhauses und sang eine Passage, dann blitze es und er war plötzlich in der untersten Etage. Ich war total beeindruckt und hatte nicht gemerkt, das der Graf auf dem Dach nur ein doppelgänger war, der den Mund bewegte.
Eine anderer Punkt der mich immer wieder aufs neue faszinierte, war das Timing zwischen Orkester und dem was auf der Bühne geschah. Da fällt mir speziell eine Szene ein, in der von Krolock langsam eine Tür schloss und die Lichtstrahlen die durch den Türschlitz kamen langsam mit der Musik dünner worden, bis die Tür zu schlug und das Orkester mit einem lauten Knall das Spiel abbrach.
In einer anderen Szene Tanzt Alfred mit einem Vampir und hinter den beiden befindet sich ein Spiegel. Jedenfalls sah es so aus ale wäre es ein Spiegel. In Wirklichkeit handelte es sich um eine durchsichtige Leinwand, hinterder ein Schauspieler, der genau wie Alfred angezogen war, die Bewegungen von jenem völlig synchron nachmachte. So konnte die Illusion geweckt werden, dass der Vampir mit dem der Junge Tanzte kein Spiegelbild hatte.
Wie ihr seht bin ich total hin und weg und ich könnte auch noch ewig darüber erzählen, aber vermutlich ist der Text jetzt schon so lang, dass niemand ich komplett ließt. Nur einen Nachteil hatte der Besuch des Musicals für mich… die CD kann mich nun nicht mehr befriedigen! ^_^
Nach dem Stück
Nach dem Stück wussten wir ja dann glücklicher weiße wie wir wieder nach Stuttgart kamen und konnten uns dort noch gemütlich in den Schloßpark setzen. Wir beobachteten eine Gruppe von Menschen die grade im Zuge einer Yoga-Übung ihre Hintern in unsere Richtung streckten und eine Gruppe kleiner Kinder die Fußballspielten und ständig etwas schrien wie “Ich bin Özil! Welcher Spieler bist du???”.
Auf der anderen Seite des Parks war ein kleiner asiatischer Junge, der versuchte seiner Mutter einen kleinen Ball entgegen zu treten, aber stetig daneben trat. Es war richtig schön dort einfach so auf der Wiese zu sitzen und alle möglichen Menschen zu beobachten. Eine halbe Stunde vor der Abreiße gingen wir beide noch in ein sehr bekanntes Restaurant einer Fast Food Kette und kauften uns einen Burger und schon wieder ein Eis! Man gönnt sich ja sonst nichts!^^ Als unser Zug einfuhr, sahen wir ein winzig kleines Mädchen, das den rechten Arm gebrochen hatte und im Linken ein riesiges Eis hielt. Sie und ihre Mutter wollten grade in den Zug steigen als das Mädchen schrieh “Oh nein! Mama wir haben den Apfall auf der bank vergessen! Soll ich den schnell hohlen!?” und die Mutter sagte “Nein, ganz ausnahmsweise lassen wir das jetzt mal da liegen.”. Ich fand es sehr schön, dass das kleine blonde Mädchen so verantwortungsbewusst war.
Die HÖLLE oder die Rückfahrt…
Jetzt hatten wir so einen schönen, aber auch stressigen Tag hinter uns, dass wir einfach nur noch Heim wollten und ihn ruhig im Zug ausklingen lassen. Fehlanzeige! In Mannheim sollten wir umsteigen. Von Gleiß 2 auf gleich 3. Das war in sofern praktisch, dass die beiden Gleise auf dem selben Bahnsteig waren. Leider hatte der Zug mit dem wir in Mannheim ankamen aber Verspätung und wir hatten Angst den nächsten Zug zu verpassen. Wir stiegen aus und da war er. Jedenfalls dachten wir das. An der Außenseite des ICE wurde nicht wie gewöhnlich angezeigt wo der Zug hinfährt und das Schild mit den Angaben konnten wir nicht lesen. Es war die richtige Uhrzeit, das richtige Gleiß also wird es auch der richtige Zug sein. Lieber schnell reinspringen bevor er uns vor der Nase wegfährt. Im Zug fragten wir dann nach ob wir hier im richtigem Zug waren und natürlich waren wir das nicht… Wir entschlossen uns nach Frankfurt zu fahren, dort umzusteigen und nach Köln zu fahren. Die Schaffnerin hatte Verständnis für unsere Situation und drückte ein Auge zu.
Weil das ganze keinen Ärger gegeben hatte, freute ich mich tierisch noch einmal nach Frankfurt zu kommen und wenn ich auch nur den Bahnhof sehen sollte. Ich fühlte mich gleich wieder wie zu hause. Ich habe viel Zeit in Frankfurt verbracht weil meine erste große Liebe dort wohnte. Ich wurde also tatsächlich ein bisschen nostalgisch als ich mein altes 2. Zuhause wieder sah. Allerdings musste ich länger dortbleiben als ich dachte. Jeder zug in Frankfurt hatte verspätung und es gab hundert Gründe dafür… Es herrschte ein einziges Chaos und ich habe noch nie so viele böse und genervte Gesichter auf einmal gesehen. Statt 50 Minuten mussten wir zwei Stunden auf unseren Zug warten und auch noch gefühlte 10 mal das Gleis wechseln. Eine Durchsage nach der Anderen und das auf allen Gleißen gleichzeitig…. Immer in immer wieder die monotone Bitte um verständnis und die leeren Entschuldigungen. In Köln hätten wir dann unseren Anschlusszug nicht mehr bekommen und mussten darum dort abgeholt werden aber wenigstens bekamen wir auch hier wieder keinen Ärger weil wir im falschen Zug saßen. Um 2 uhr konnte ich dann endlich fast tot ins Bett fallen.









Am 15.06.12 |





























Ich kann dir nur zustimmen, mir hat die reale Vorstellung auch viel besser gefallen als die Lieder auf der CD. Auch hatte der neue Graf für mich eine viel stärkere Anziehungskraft. Verliebt in den Grafen trifft es genau!
Einfach ein total fesselndes Stück! Aber ich sehe, du hast ziemlich weit außen gesessen.
Ich hatte genau einen Platz am Gang, wo die Vampire dann lang gehen und auch der Graf hat diesen Gang genommen! *___* Der hat sooo geil nach Patchouli gerochen, wär am liebsten aufgesprungen und ihm an den Hals! xD
Und die Ärgernisse des restlichen Tage haben sich für dieses Spektakel doch gelohnt, oder?
Also die CD von dir möchte ich gerne mal hören. Mir lief jedesmal ein kleiner Schauer über den Rücken, wenn ich Steve Barton gehört habe. Aber zum einen sind natürlich die Geschmäcker verschieden, zum anderen kann es ja auch gut sein, dass du eine Aufnahme erwischt hast, wo er vielleicht wirklich mal nen schlechten Tag hatte.
Den Tanz der Vampire mal live zu sehen, war mir bislang im Leben leider nicht vergönnt, von daher freu ich mich, dass es bei dir geklappt hat
Dann hast du also die Erstbesetzung gesehen…ich hab’ ja die Zweitbesetzung gesehen, war von Kevin Tarte als Graf allerdings vollauf begeistert und konnte auch in vielen Nebengesprächen erhaschen, dass ihn viele besser finden als Amann…aber ich denke das ist Geschmackssache
@Sascha: Das Ding ist, ich fand die CD auch grandios, aber nur bis ich jetzt live dabei war
@Laura: Ich hab mir heute morgen auch mal Kevin Tarte angehört und fand ihn gut, aber bei Höheren Parts nich so gut wie Ammann
Oh ja, wirklich ein tolles Musical! Ich habe es damals während meiner Zivildienstzeit mit einem Haufen Jugendlicher gesehen, welche noch wochenlang danach die Songs vor sich hingeträllert haben. Polanskis Vorlage ist natürlich auch grandios und wurde ziemlich perfekt für die Bühne adaptiert.
Nur 2 Stunden? Ich hab da schon krassere Sachen mit der Bahn erlebt :>
Tanz der Vampire würde ich auch gerne mal sehn
@Pasue: Aber nicht nach dem du den ganzen Tag hektisch durch eine stattgelaufen bist und um 0 uhr einfach nur noch schlafen wolltest!
@Stuttgart: Zeitweise ist der Schloßplatz oder auch der Rosensteinpark beim Bahnhof das beste, was Stuttgart zu bieten hat.^^
@Chaosmacherin: Nicht ganz. Dafür haben wir gut gefroren
http://affentanz.net/leben/wochende-in-koln/
Hört sich nach einem Normalem Tag mit der Bahn an und einem fantastischen Tag in Stuttgart. Ich war leider lange nicht mehr im Theater, muss ich unbedingt mal wieder machen. Vllt sogar Tanz der Vampire
Es hört sich rundum an als wärs aber ein schöner Tag gewesen
Lg an Larissa
und der Text ist nicht zu Lang
So ein Chaos mit den lieben öffentlichen Verkehrsmitteln ^^°.
!
Ihr Armen…aber freut mich, dass das Musical schön war und das wahrscheinlich die positiven Erinnerungen an den Tag überwiegen werden